Ortsgeschichte von Hohenlinden

Luftbildaufnahme 2015Die Gemeinde Hohenlinden ist eine Rodungssiedlung des 14. Jahrhunderts, deren Name auf einen ehemaligen Lindenbestand hinweist. Das Gemeindegebiet ist nahezu vollständig vom Wald (Ebersberger Forst, Großhaager Forst, Mittbacher Au und Lindacher Wald) umgeben. Nur in Richtung Nordosten ist dieser Waldgürtel geöffnet. Die Lage an der Einmündung des Schmelzwassertales Haag-Maitenbeth in die Schotterebene und an der Poststraße München-Mühldorf bestimmte die Siedlungsform als Straßendorf, das zugleich Verkehrsknotenpunkt wurde; denn auch die Straßen von Erding, Isen, Ebersberg und Albaching treffen hier zusammen.

ErinnerungstafelDie Verkehrsbedeutung Hohenlindens dürfte der Grund gewesen sein, weshalb Kurfürst Ferdinand Maria den Ort im Jahre 1676 zur Hofmark erhob. In der Zeit der Postkutschen machten täglich bedeutende Persönlichkeiten hier Station. Unter dem Decknamen eines Reichsgrafen von Falkenstein übernachtete hier anno 1777 Kaiser Josef II. von Österreich, woran eine Gedenktafel erinnert. Am 26. April 1782 fuhr Papst Pius VI. durch Hohenlinden und am 02. April 1787 legte Beethoven hier Rast ein.

Das bedeutendste geschichtliche Ereignis, um dessentwillen der Ort in die große Geschichte eingegangen ist, war die Schlacht bei Hohenlinden am 03. Dezember 1800 zwischen den Franzosen, unter Befehl des Generals Moreau, sowie der verbündeten bayerischen und österreichischen Truppen, unter Befehl des Erzherzogs Johann.

Die Kaiserlichen hatten zwei Tage zuvor den Gegner bei Ampfing zurückgeschlagen. Weil sie bei ihrem Vordringen nur in kleinere Gefechte verwickelt wurden, vermuteten sie, die Franzosen seien immer noch auf dem Rückzug. Die Hauptmacht des Feindes war jedoch bei Hohenlinden in Stellung gegangen. Gegen 5 Uhr früh brachen die vereinigten bayerisch-österreichischen Verbände auf. Im Schneesturm blieben zwei Kolonnen unter Baillet-Latour und Feldmarschall Ries weit zurück. So zog die Hauptkolonne ohne Flankensicherung weit auseinandergezogen durch das enge Waldtal gegen Westen und stieß bei Birkach auf den Gegner. Die Franzosen hatten in der Zwischenzeit auf Seitenwegen über Ebersberg, Steinhöring und St. Christoph unter General Richepance die verbündeten Truppen umgangen und griffen von Maitenbeth und von Süden her an.

schlacht hohenlindenDie Kaiserlichen waren in eine Falle geraten, da sie ihre Streitkräfte nicht entwickeln konnten. General Wrede eilte mit seinen Truppen zu Hilfe, wurde aber von der feindlichen Infanterie unter schweren Verlusten zurückgeschlagen und entkam nur knapp. Die Wagen blieben im Sumpf stecken, die Geschütze fielen aus und die Soldaten zogen in regelloser Flucht zurück.
Die Kaiserlichen verloren bei dieser Schlacht 12.000 Mann, davon 7.000 Gefangene. Daran erinnert auch die steinerne Gedenktafel am Geschäftshaus Hauptstraße 7 in Hohenlinden. Vom Fund von Gebeine, Kanonenkugeln oder Waffen, Überreste dieser Schlacht, die Napoleon den Weg nach Wien öffnete, wird von den Nachfahren berichtet.


Museum DioramaIm Sommer 2000 veranstaltete der Verein „Hohenlinden 2000“ zum Gedenken an die „Schlacht von Hohenlinden“ das Freilichttheater „Knechte der Schlacht“ und als Rahmenprogramm fand ein Lagerleben „anno 1800“ statt. Ebenso wurde in der Grundschule Hohenlinden ein Museum eingerichtet. Am 3. Dezember 2000 fand die offizielle Gedenkfeier mit vielen Gästen, u.a. auch aus Frankreich, Italien und Österreich, statt. Zur Erinnerung an die „Schlacht von Hohenlinden am 3. Dezember 1800“ hat der Verein „Hohenlinden 2000“ bereits im Jahr 1999 ein Denkmal errichtet. 2009 konnte im Museum ein Diorama, welches die Schlacht im Zentrum von Hohenlinden mit 3500 Zinnsoldaten darstellt, eingeweiht werden. Durch eine individualisierte Lichtführung ist dieses Diorama einzigartig im süddeutschen Raum.

Ein eindrucksvoller Rad- und Wanderweg auf den Spuren der „Schlacht von Hohenlinden“ erinnert an den einzelnen Punkten wie z.B. Kanonenkugel an der Kronacker Kirche, Obelisk in Mittbach (General Moreau Straße), Franzosenquelle im Großhaager Forst usw. an diese große Schlacht vor über 200 Jahren.


Die Gemeinde hat im Verlauf ihrer Geschichte gute und schlechte Zeiten, Kriege und Frieden erlebt. Besonders einschneidend war dabei der 30jährige Krieg mit seinen Zerstörungen, die Napoleonischen Kriege (Schlacht b. Hohenlinden) und die beiden Weltkriege in unserem Jahrhundert mit ihren Auswirkungen. Eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung für Hohenlinden machte sich mit Beginn der Industriealisierung im hiesigen Siedlungsraum bemerkbar, die aber durch die beiden Weltkriege nachhaltig unterbrochen wurde. Heute sind die Nöte jener Zeit jedoch überwunden.
Den Gemeindevertretern ist es vor allem in den letzten Jahrzehnten gelungen Hohenlinden zu einer Gemeinde zu prägen, die bemüht ist, ihren Bürgerinnen und Bürgern in jeder Beziehung möglichst das zu bieten, was das Zusammenleben in unserer heutigen Zeit von einem modernen, fortschrittlichen Gemeinwesen erfordert. Dabei stand aber immer im Vordergrund, dass der ländliche Charakter der Gemeinde Hohenlinden, mit einem natürlichen Wachstum, erhalten bleibt.

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform wurde die Gemeinde Hohenlinden durch Regierungsverordnung zunächst ab 01. Mai 1978 zwangsweise in die VG Forstinning eingegliedert. Nach Ausschöpfung der Rechtsmittel konnte nach hartem Ringen in einem Normenkontrollverfahren vor dem Bayer. Verwaltungsgerichtshof mit Beschluß vom 09. August 1978 erreicht werden, dass die VG für ungültig erklärt wurde. Die endgültige Selbständigkeit erhielt die Gemeinde Hohenlinden durch das Gesetz zum Abschluss der kommunalen Gebietsreform, worin wir zum 01. Januar 1980 als Einheitsgemeinde bestätigt wurden.
In der Gemeinde Hohenlinden wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten für die Bürger umfangreiche Einrichtungen geschaffen.


GrundschuleSo wurde 1960 ein neues Schulhaus mit Lehrschwimmbecken (wovon es seinerzeit nur wenige in ganz Bayern gegeben hat) gebaut. 1972 wurde das Schulhaus das erste Mal um 3 Klassenräume erweitert. 1974 erhielt die Volksschule eine Turnhalle sowie einen Allwetterplatz, so dass ein richtiges Schulzentrum entstand. 1996/97 musste es ein zweites Mal um 5 Klassenräume erweitert werden. Außerdem wurden neue Verwaltungsräume angebaut.

Ab dem Schuljahr 2007/2008 wurde die Grund- und Teilhauptschule I durch die Hauptschulreform aufgelöst. Die Grundschule für die 1. bis 4. Klassen besteht weiter. Die Hauptschüler ab der 5. Klasse sind der Mittelschule Forstern zugeteilt worden. In den dadurch leer gewordenen Räumen konnte bereits im September 2008 eine Kinderkrippe für 13 Kinder eingerichtet werden, welche aufgrund der gestiegenen Nachfrage von Betreuungsplätzen für Kinder bis 3 Jahren, im Jahr 2011 um eine weitere Gruppe erweitert wurde.

In unserer Gemeinde gibt es 2 Kindergärten mit je zwei Gruppen. Der erste Kindergarten St. Josef wurde 1974 durch die Kath. Kirchenverwaltung Hohenlinden (Träger: Caritas)

Der Kindergarten St. Josef und der zweite Kindergarten Paletti wurde 1993 durch die Gemeinde Hohenlinden (Verwaltungsträger: BRK Ebersberg )

Durch die beiden Kindergärten können wir unserer Bevölkerung zur Zeit genügend Kindergartenplätze anbieten.

Kath Kiga St.JosefBRK Kiga Paletti

Unsere Grundschule verfügt auch über eine gut angenommene Mittagsbetreuung im Schulhaus.

Die Gemeinde Hohenlinden erfüllt durch diese Einrichtungen nahezu alle Voraussetzungen, um den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.

1977 wurde ein für die Gemeinde angemessenes Sportzentrum mit einem Vereinsheim, 2 Rasenspielfeldern, 3 Tennisplätzen und 3 Sommerstockbahnen errichtet. In den Jahren 2000/2001 wurde das Vereinsheim komplett renoviert und erweitert. 2010 konnte die Überdachung von 2 Stockbahnen fertiggestellt werden. Diese umfassenden Bauarbeiten waren nur möglich mit der tatkräftigen Mithilfe des Sportvereins Hohenlinden. Im Sportzentrum herrscht immer eine rege sportliche Vereinstätigkeit.

1984 wurde ein gemeindlicher Bauhof gebaut und der notwendige Fuhrpark dazu angeschafft. Nachdem die Aufgaben für den Bauhof immer umfangreicher wurden, hat die Gemeinde im Jahr 2000 die Gebäulichkeiten erweitert.


Die Freiwillige Feuerwehr hat 1989 ein geräumiges Gerätehaus mit Fahrzeughalle erhalten. Im September 2005 wurde das alte Löschfahrzeug gegen ein neues Löschfahrzeug HLF 20/16 ersetzt. 2010 wurde der Fuhrpark der Feuerwehr um ein neues Mehrzweckfahrzeug ergänzt. Durch die gestiegene Mitgliederzahl der Freiwillige Feuerwehr musste die Feuerwehr-Fahrzeughalle im Jahr 2011 erweitert werden.

Die Rot-Kreuz-Bereitschaft Hohenlinden ist ebenfalls in diesem Gerätehaus gut untergebracht. Hier ist auch der Stützpunkt der schnellen Einsatzgruppe (SEG) Hohenlinden.

RathausIm Dezember 1995 wurde in zentraler Lage das neue Rathaus (mit Hausmeisterwohnung) seiner Bestimmung übergeben. Dieser Neubau fügt sich harmonisch in die ländliche Struktur unseres Ortes ein. Es ist ein vorbildlicher Verwaltungsbau, in dem die Gemeindeverwaltung sehr funktional und nach den modernsten Gesichtspunkten ausgestattet, untergebracht ist und der dem Ansehen der Gemeinde gerecht wird.

Seit Oktober 2003 hat Hohenlinden im Wendlandhaus einen Bürgersaal mit Theaterbühne und einem Bürgerstüberl. Im Wendlandhaus  ist ein Jugendraum und ein Raum für die Pfadfinder untergebracht. Im Jahr 2007 konnte im Erdgeschoss das Schützenheim mit einem modernen Schießstand eingerichtet werden.


Im Februar 2008 wurde neben dem Rathaus ein mit Holzhackschnitzel betriebenes Heizwerk für die Wärmeversorgung der öffentlichen Einrichtungen in der Ortsmitte (Rathaus, Schulgebäude, Pfarrhof, Kirche, Kindergärten und Kreissparkasse Wasserburg a. Inn) in Betrieb genommen.


Kirche St JosefSo ist in unmittelbarer Nähe zueinander ein über Jahre hinweg gewachsenes richtiges Gemeindezentrum mit Rathaus, Grundschule mit Mittagsbetreuung und Kinderkrippe, den beiden Kindergärten, einem Heizwerk, dem Sportzentrum, dem Bürgersaal, der alten Kirche und der großen Pfarrkirche mit Friedhof und dem Pfarrzentrum entstanden.

Ergänzt wird dieses „Gemeindezentrum“ durch den neu gestalteten Rathausplatz. Neben der Schaffung von neuen Parkflächen in der Ortsmitte, soll der Platz ein „Ort der Begegnung“ für die Hohenlindner Bürger sein. Der Rathausvorplatz wurde so gestaltet, dass hier künftig Freiluftveranstaltungen verschiedenster Art stattfinden können.
Seit 1980 stellt die Gemeinde ihren Bürgern laufend preisgünstiges Bauland für einheimische Bevölkerung zur Verfügung. Durch die Ausweisung des Gewerbegebietes „Mühlhauser Feld“, hat die Gemeinde Hohenlinden einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung erreicht. Es haben sich hier in den letzten Jahren schon einige namhafte Betriebe angesiedelt.


Eine große Bereicherung für die Gemeinde Hohenlinden ist die Kommunale Entlastungsstraße welche im Mai 2000, nach nur einjähriger Bauzeit, dem Verkehr übergeben werden konnte. Durch die Entlastungsstraße ist eine spürbare Besserung beim Durchgangsverkehr eingetreten. Von vormals ca. 25.000 Fahrzeugen die täglich durch Hohenlinden fuhren sind es jetzt nur noch etwa 1/3 des ursprünglichen Verkehrsaufkommens. Dies veranlasste die Gemeinde die Planungen zur Ortsgestaltung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt im Jahr 2003 aufzunehmen. Ein großer Schritt für die weiteren Planungen der Ortsmitte und Ortsdurchfahrt war im April 2014 die Umwidmung der bisherigen B 12, die durch den Ort führte.

An Sehenswürdigkeiten in Hohenlinden ist die Kirche Mariä Heimsuchung (verlinken auf die „entsprechende“ Seite unseres Internetsauftritts) (erbaut 1489 / spätgotischer Stil) und die Pfarrkirche St. Josef (erbaut 1903 / neugotischer Stil) sowie die Filialkirche in Kronacker (erbaut 1725 / mit Barock-Altären) zu betrachten.

DenkmalAls weitere Sehenswürdigkeit ist das Denkmal an die „Schlacht von Hohenlinden am 3.12.1800“ sowie das Museum in der Schule zu erwähnen.


Ebersberger ForstFür Erholungssuchende ist der nahegelegene Ebersberger Forst mit markierten Wanderwegen, einem behindertengerechten Waldlehrsteig und einem Wildgehege zu empfehlen.

Die Gemeinde Hohenlinden ist mit ihren 3.000 Einwohnern eine natürlich gewachsene Landgemeinde mit einer überdurchschnittlich guten Infrastruktur.

 

gemeindechronik titel

Chronik als Buch

Die Gemeindechronik (Dezember 2000) kann in der Gemeindeverwaltung Hohenlinden zum Preis von 20,00 € erworben werden.

Herzlich Willkommen
in Hohenlinden

Gemeinde Hohenlinden
Rathausplatz 1
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Tel.: 08124/5312-0
Fax: 08124/5312-25
E-Mail: poststelle@hohenlinden.de

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