Geschichte

Ortsgeschichte von Hohenlinden


Hohenlinden ist eine Rodungssiedlung des 14. Jahrhunderts, deren Name auf einen ehemaligen Lindenbestand hinweist. Ältester und bedeutenster Grundherr in Hohenlinden und den heutigen Gemeindeteilen ist das Kloster Ebersberg. Der Ortsteil Kronacker ist von 768 bis 1261 nachweisbar im Besitz des Hochstifts Freising.

Das Gemeindegebiet ist nahezu vollständig vom Wald (Ebersberg Forst, Großhaager Forst, Mittbacher Au und Lindacher Wald) umgeben. Nur in Richtung Norden ist dieser Waldgürtel geöffnet. Die Lage an der Einmündung des Schmelzwassertales Haag-Maitenbeth in die Schotterebene und an der Poststraße München-Mühldorf bestimmte die Siedlungsform als Straßendorf, das zugleich Verkehrsknotenpunkt wurde; denn auch die Straßen von Erding, Isen/Dorfen, Ebersberg und Albaching/Wasserburg treffen hier zusammen.

Ortsbild

 

Die Verkehrsbedeutung Hohenlindens dürfte der Grund gewesen sein, weshalb Kurfürst Ferdinand Maria den Ort im Jahre 1676 zur Hofmark erhob. In der Zeit der Postkutschen machten öfters bedeutende Persönlichkeiten hier Station. Unter dem Decknamen eines Reichsgrafen von Falkenstein übernachtete hier anno 1777 Kaiser Joseph II. von Österreich, woran eine Gedenktafel am Gasthaus zur Post erinnert. Am 26. April 1782 fuhr Papst Pius VI. durch Hohenlinden und am 02. April 1787 legte Beethoven hier Rast ein.

Das bedeutendste geschichtliche Ereignis, um dessentwillen der Ort in die große Geschichte eingegangen ist, war die Schlacht bei Hohenlinden am 03. Dezember 1800 zwischen den Franzosen, unter Befehl des Generals Moreau, sowie der verbündeten bayerischen und österreichischen Truppen, unter Befehl des Erzherzogs Johann.

Die Kaiserlichen hatten zwei Tage zuvor den Gegner bei Ampfing zurückgeschlagen. Weil sie bei ihrem Vordringen nur in kleinere Gefechte verwickelt wurden, vermuteten sie, die Franzosen seien immer noch auf dem Rückzug. Die Hauptmacht des Feindes war jedoch bei Hohenlinden in Stellung gegangen. Gegen 5 Uhr früh brachen die vereinigten bayerisch-österreichischen Verbände auf. Im Schneesturm blieben zwei Kolonnen unter Baillet-Latour und Feldmarschall Ries weit zurück. So zog die Hauptkolonne ohne Flankensicherung weit auseinandergezogen durch das enge Waldtal gegen Westen und stieß bei Birkach auf den Gegner. Die Franzosen hatten in der Zwischenzeit auf Seitenwegen über Ebersberg, Steinhöring und St.Christoph unter General Richepance die verbündeten Truppen umgangen und griffen von Maitenbeth und von Süden her an.

Die Kaiserlichen waren in eine Falle geraten, da sie ihre Streitkräfte nicht entwickeln konnten. General Wrede eilte mit seinen Truppen zu Hilfe, wurde aber von der feindlichen Infanterie unter schweren Verlusten zurückgeschlagen und entkam nur knapp. Die Wagen blieben im Sumpf stecken, die Geschütze fielen aus und die Soldaten zogen in regelloser Flucht zurück.

Die Kaiserlichen verloren bei dieser Schlacht 12.000 Mann, davon 7.000 Gefangene. Daran erinnert auch die steinerne Gedenktafel am Geschäftshaus Hauptstraße 7 in Hohenlinden. Noch heute finden die Bauern beim Ackern oder Erdaushub Gebeine, Kanonenkugeln oder Waffen, Überreste dieser Schlacht, die Napoleon den Weg nach Wien öffnete. Zum 200-jährigen Gedenken an diese Schlacht fand im Jahr 2000 ein Freilichtspiel "Knechte der Schlacht" mit einem historischen Lagerleben statt das weithin große Anerkennung und Begeisterung fand.

Die Gemeinde hat im Verlauf ihrer Geschichte gute und schlechte Zeiten, Kriege und Frieden erlebt. Besonders einschneidend war dabei der 30jährige Krieg mit seinen Zerstörungen, die Napoleonischen Kriege (Schlacht bei Hohenlinden) und die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert mit ihren Auswirkungen. Eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung für Hohenlinden machte sich mit Beginn der Industrialisierung im hiesigen Siedlungsraum bemerkbar, die aber durch die beiden Weltkriege nachhaltig unterbrochen wurde. Heute sind die Nöte jener Zeit jedoch überwunden.

Den Gemeindevertretern ist es vor allem in den letzten Jahrzehnten gelungen Hohenlinden zu einer Gemeinde zu prägen, die bemüht ist, ihren Bürgern in jeder Beziehung möglichst das zu bieten, was das Zusammenleben in unserer heutigen Zeit von einem modernen, fortschrittlichen Gemeinwesen erfordert. Dabei stand aber immer im Vordergrund, dass der ländliche Charakter der Gemeinde Hohenlinden, mit einem natürlichen Wachstum, erhalten bleibt.

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform wurde die Gemeinde Hohenlinden durch Regierungsverordnung zunächst ab 01. Mai 1978 zwangsweise in die VG Forstinning eingegliedert. Nach Ausschöpfung der Rechtsmittel konnte nach hartem Ringen in einem Normenkontrollverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof mit Beschluss vom 09. August 1978 erreicht werden, dass die VG für ungültig erklärt wurde. Die endgültige Selbständigkeit erhielt die Gemeinde Hohenlinden durch das Gesetz zum Abschluss der kommunalen Gebietsreform, worin wir zum 01. Januar 1980 als Einheitsgemeinde bestätigt wurden.

In der Gemeinde Hohenlinden wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten für die Bürger umfangreiche Einrichtungen geschaffen.

So wurde 1960 ein neues Schulhaus mit Lehrschwimmbecken (wovon es seinerzeit nur wenige in ganz Bayern gegeben hat) gebaut. 1972 wurde das Schulhaus das erste Mal um 3 Klassenräume erweitert. 1974 erhielt unsere Volksschule eine Turnhalle sowie einen Allwetterplatz, so daß ein richtiges Schulzentrum entstand. 1996/97 mußte das Schulgebäude ein zweites Mal um 5 Klassenräume erweitert werden. Außerdem wurden neue Verwaltungsräume angebaut. Unsere Schule erfüllt nunmehr alle Voraussetzungen, um den Anforderungen der heutigen Zeit über Jahre hinaus gerecht zu werden.

1977 wurde ein für die Gemeinde angemessenes Sportzentrum mit einem Vereinsheim, 2 Rasenspielfeldern, 3 Tennisplätzen und 2 Sommerstockbahnen errichtet. Seitdem herrscht dort eine rege sportliche Vereinstätigkeit mit vielen Unterabteilungen.

1974 hat unsere Gemeinde den ersten zweizügigen Kindergarten durch die kath. Kirchenverwaltung Hohenlinden (Träger: Caritas) bekommen. 1993 mußte die Gemeinde wegen Platzmangel einen zweiten Kindergarten für zwei Gruppen errichten. Die Verwaltungsträgerschaft für den neuen Kindergarten wurde dem BRK Kreisverband Ebersberg übertragen. Durch die beiden Kindergärten können wir unserer Bevölkerung für die nächste Zeit genügend Kindergartenplätze anbieten.

1984 wurde ein gemeindlicher Bauhof errichtet und in den folgenden Jahren der notwendige Fuhrpark (Unimog, Radlader, Bagger, usw.) dazu angeschafft. Im Jahr 2000 wurde der Bauhof erweitert. Dabei wurde auch die bisherige Waschhalle umgebaut, die nun  für Fahrzeuge der schnellen Einsatzgruppe der BRK-Bereitschaft Hohenlinden zur Verfügung steht.

Die Freiwillige Feuerwehr hat 1989 ein geräumiges Gerätehaus mit Fahrzeughalle und Hausmeisterwohnung erhalten, in dem auch die Rot-Kreuz-Bereitschaft Hohenlinden gut untergebracht ist. Der Fuhrpark besteht seit 2005 aus einem HLF 16, sowie einem LF 16 und einem Mannschaftsfahrzeug.

Ende 1995 wurde in zentraler Lage das neue Rathaus seiner Bestimmung übergeben. Dieser Neubau fügt sich harmonisch in die ländliche Struktur unseres Ortes ein. Es ist ein vorbildlicher Verwaltungsbau, in dem die Gemeindeverwaltung sehr funktional untergebracht ist und der dem Ansehen der Gemeinde gerecht wird.

So ist in unmittelbarer Nähe zueinander ein über Jahre hinweg gewachsenes richtiges Gemeindezentrum mit Rathaus, Schulzentrum, den beiden Kindergärten, dem Sportzentrum, der alten Kirche und der großen Pfarrkirche mit Friedhof und dem Pfarrzentrum entstanden. Es sind auch noch einige Grundstücksreserven vorhanden um diesen Bereich weiterzuentwickeln. Ab dem Jahr 2008 werden diese Gebäude durch ein neues Hackschnitzel-Heizwerk mit Wärme versorgt. Die Gemeinde leistet durch die CO²-neutrale Wärmeerzeugung von Heizwärme einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft war die öffentliche Verkehrsübergabe der kommunalen Entlastungsstraße am 31. Mai 2000. Konnten wir doch dadurch in unseren jahrzehntelangen Bemühungen um eine Verwirklichung der so dringend notwendigen Verkehrsentlastung, nicht nur für den Ort Hohenlinden sondern auch für die meisten umliegenden Gemeindeteile, im Rahmen dessen was für unsere Gemeinde machbar war, einen großen Erfolg verzeichnen und größtenteils auch die unerträgliche Verkehrssituation ganz entscheidend verbessern. Unser Ziel muß aber nach wie vor der Weiterbau der A 94 auf der Trasse Dorfen sein.

Seit 1980 stellt die Gemeinde laufend preisgünstiges Bauland für die einheimische Bevölkerung zur Verfügung, was nur wenige Gemeinden im weiten Umkreis ihren Bürgern bieten können. Solche Baugebiete wurden in den Bereichen "Josef-Katterloher-Ring", "Kapellenweg", "Flurstraße", "Ahornstraße", "Eichenstraße und Buchenstraße" verwirklicht. Durch die Ausweisung des Gewerbegebiets "Mühlhauser-Feld", wo für die nächsten Jahre noch genügend Grundstücksreserven vorhanden sind, erhofft sich die Gemeinde Hohenlinden einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Es haben sich hier in den letzten Jahren auch schon einige namhafte Betriebe (z.B. Firma LIEBHERR-Hydraulikbagger) angesiedelt.

Seit dem Erwerb des Wendland-Hauses im Jahr 2003 steht der Bevölkerung ein Gebäude zu Verfügung, in dem nun wieder größere Veranstaltungen stattfinden können: Im Obergeschoss befindet sich ein Bürgersaal und ein kleineres Stüberl für öffentliche Veranstaltungen oder private Feiern. Das Erdgeschoß wird für einen Jugendraum, für die Pfadfindergruppe und ein neu geschaffenes Schützenheim genutzt.

An Sehenswürdigkeiten in Hohenlinden ist die alte Kirche Mariä Heimsuchung (erbaut 1489 / spätgotischer Stil) und die Pfarrkirche St. Josef (erbaut 1903 / neugotischer Stil) sowie die Filialkirche St. Johann in Kronacker (erbaut 1725 / mit Barock-Altären) zu betrachten.

Für Erholungssuchende ist der nahegelegene Ebersberger Forst mit markierten Wanderwegen, einem Waldlehrsteig und einem Wildgehege zu empfehlen.

Seit 03.12.1998 erinnert ein Denkmal (geschaffen vom Kunstschmiedemeister Manfred Bergmeister) an die Schlacht von Hohenlinden

 

Gemeinde Hohenlinden . Rathausplatz 1 . D-85664 Hohenlinden . Telefon 08124 53 12 0 . Fax 08124 53 12 25 . info@hohenlinden.de